Wenn's mal so gar nicht läuft: Flexibilität & Wahl der richtigen Angelköder

19.07.2019 11:10

Es gibt Tage an denen man hochmotiviert ans Wasser fährt, um dann festzustellen, dass es heute so gar nicht laufen mag. Die Bedingungen sind nicht die optimalsten: Kein Wind, zu viel Sonne und so richtig beißen mag der Fisch auch nicht. Um an solchen Tagen nicht die Nerven zu verlieren bedarf es zum einen viel Ausdauer und Motivation und zum anderen muss man Flexibel sein.

In diesem Blog soll es also darum gehen, wie man an schwierigen Tagen trotz allem zu Fisch kommt.


Der frühe Vogel fängt den Fisch

Für uns ging es an diesem Samstag früh um 4.30 nach Stralsund um dort mit dem Boot unser Glück zu probieren. Zielfischarten waren hauptsächlich Hecht und Zander, wobei der Barsch gerade im Strelasund nicht außer acht gelassen werden sollte. Natürlich wurden die Tackleboxen mit reichlich Bigbaits und mit jedem anderen fängigen Angelköder gefüllt, die Ziele waren schließlich hoch gesteckt.

Jerbaits wie diese, sollten in keiner Angelbox fehlen. Ein paar dieser fängigen Hecht-Happen findest du natürlich auch bei uns hier im Reaktor.

Am Gewässen angekommen

In Stralsund angekommen informierten wir uns bei der Bootsvermietung vorab, was denn gerade auf Hecht gut liefe. Mit der Antwort „kleine Köder“ hatten wir bis dato nicht gerechnet, wobei er damit recht haben sollte aber dazu später mehr. Um 8.00 ging es für uns vier auf’s Wasser, alle waren höchst motiviert und voller Vorfreude. Als erstes peilten wir den Hafen mit seinen Steinpackungen und der Fahrrinne an. Zu 4. waren wir natürlich sehr flexibel und konnten viele Methoden und Köder gleichzeitig ausprobieren.


Der erste Kontakt

Es dauerte keine 10 Würfe, da hing bei Lenny auch schon der erste Barsch welcher auf einen Geecrack Rock Jig Sniper 3/8 oz Amezari in Verbindung mit einem Bait Breath U30 Rush Craw 2 Solid Black als Trailer gebissen hat. Der Köder, welcher den ersten Fisch des Tages gebracht hat. Umso motivierter waren wir dann, noch mehr und noch größere Barsche ans Band zu bekommen. Leider muss ich sagen dass dies nicht der Fall war und wir trotz 3-4 Spotwechsel zu keinem weiteren Fisch gekommen sind.

Der Köder, welcher den ersten Fisch des Tages gebracht hat - Passende Chatter und Krebsimitate bekommst du, natürlich wie immer, frisch aus dem Reaktor.


Ab ans Ufer - Angelköder durchtesten

Am frühen Nachmittag peilten wir dann das Ufernahe Flachwasser an. Dank Echolot konnten wir unser Boot optimal platzieren und die Kanten perfekt ausloten. Die Struktur ist in diesen Bereichen sehr ausgeprägt, wir haben sandigen Untergrund mit viel Kraut und teilweise Stein. In einer Tiefe von etwa 0,8 – 1,5 Meter schmissen wir also Bigbaits und andere Angelköder durch die Gegend. Jerkbaits, Spinnerbaits, große Gummis, Twister. Quasi alles was das Hechtherz höher schlagen lässt. Nach einer gefühlten Ewigkeit bekam Lenny dann endlich einen Biss. Leider blieb es bei einem Biss, die Rute kurz krum nach dem Einschlag ist er auch direkt wieder ausgestiegen.


Wenige Minuten und ein paar Meter weiter, knallte es dann endlich bei Torsten an der Rute. In ca. 50cm tiefem Wasser konnte er mit einem Geecrack Swing Chatter 3/8 oz Crazy Crash und einem 9cm Gummi in Grün als Trailer den er auf Grund hat sinken lassen um ihn dann mit 2-3 Kurbelumdrehungen azujigen, einen 70er Hecht überlisten. Der für Hecht eher kleine Köder, hat’s also an dieser Stelle rausgerissen. Diesem Köder konnte der Hecht nicht widerstehen, die Prognose mit den kleinen Ködern hat gestimmt.


Die große Beißpause

Den Rest des Nachmittags blieb es dann ruhig. Nicht ein einziger Anfasser konnte zu diesem Zeitpunkt verzeichnet werden. Woran dies gelegen hat, kann an verschiedenen Faktoren gelegen haben:

  • Wir hatten den ganzen Tag über strahlenden Sonnenschein,
  • nur vereinzelt mal ein leichtes Lüftchen

Also genau das Gegenteil von dem „Hechtwetter“ was wir uns alle bei der Jagd auf Großhecht wünschen. Um nicht den Mut zu
verlieren und vielleicht doch noch den ein oder anderen Räuber zu erwischen, entschlossen wir uns wieder in den Stralsunder Hafen zu fahren, da wir unsere Chancen dort am besten einstuften.


Immer flexibel bleiben

Das Stichwort jetzt lautet Flexibilität. Viel Ausprobieren ist angesagt. Verschiedene Rigs, Angelköder, Köderfarben, Größe
und Führungstechniken sind entscheidende Faktoren wenn’s mal schlecht läuft. Da wir zu 4. auf dem Boot waren konnten wir dementsprechend schnell herausfinden was funktioniert und was nicht. Vom Dropshot Rig über Cheburashka und normalen Jigköpfen war alles dabei. Bei Paul hat sich herausgestellt dass ein einfacher Jigkopf mit einem 3 Inch Köder in einem hellen Dekor besten Dienst leistet und konnte sich somit
entschneidern.

Aber auch kleine Spinmads, die ja bekanntlich eine Barschbank sind, haben überzeugt und Torsten konnte gleich 2 Barsche auf sein Konto schreiben. Einzig bei mir blieben die Bisse bisher aus. Ich hatte viel ausprobiert, hab sogar die selben Köder wie die anderen Jungs gefischt, leider erfolglos. Kleine Spinmad's oder Krebsimitate am Chatter sind vielversprechende Köder auf Barsche.


Erneuter Spotwechsel

Um nicht doch noch als Schneider vom Boot zu gehen, entschlossen wir uns, die Steinpackung zu verlassen und einen anderen Spot anzufahren, welchen wir am Vormittag bereits befischt hatten. Die Stelle war bekannt für Zander und Barsch, da hier eine Kante verlief welche von 2,5 auf 8 Meter runter ging. Ich hatte ein 14 Gramm Cheburashka Kopf an meine A-Tec Crazee Bass C662ML montiert. In Verbindung mit einem Offsethaken und einem 4 Inch Keitech Easy Shiner Green Pumpkin/Chartreuse erhoffte ich mir den lange
ersehnten Fisch.


Unglaublicherweise kam direkt beim ersten Wurf der Biss. An dieser Stelle, und das kann vermutlich jeder Angler bestätigen, ist die Erleichterung natürlich extrem groß. Nach einem kurzen Drill kam dann ein etwas besserer Barsch zum Vorschein, welcher meinen Köder komplett weginhaliert hat. Voller Motivation und mit Vertrauen in den Köder fischte ich weiter. Zwischenzeitlich konnte Lenny einen guten Biss verzeichnen, der Angelköder und das Rig, komplett in sich verdreht und Bissspuren bewiesen dass Fisch da war. Kurze Zeit später bekam auch ich einen Biss, leider hing auch dieser Fisch nicht, lediglich der Schwanz vom Köder wurde
abgebissen.


Der Hotspot ist gefunden

Der Fisch war also endlich gefunden wir mussten ihn nur fangen. Dann auf einmal, als ich den Köder langsam die Kante hochkurbelte bekam ich wieder einen Einschlag. Diesmal hing der Fisch auch. Ich konnte sehen dass es ein kleiner Zander war. Gerade an der Oberfläche ankommen schüttelte der kleine Bursche sich allerdings noch ab. Ich schätzte ihn auf etwa 40-45 Zentimeter, tja so ist Angeln halt. Auch Paul konnte noch 2-3 Bisse verzeichnen, doch letztendlich mussten wir uns geschlagen geben denn es war Zeit den Hafen anzusteuern und nach Hause zu fahren.


Unsere Ausbeute des Tages

  • 9 Barsche
  • 1 Hecht
  • 1 verlorener Zander
  • diverse gute Bisse


Alles in allem ein guter Tag. Für einen 10 Stunden Tag am Sund hätten wir uns allerdings mehr erhofft. Letztendlich hat sich dennoch gezeigt, dass die anfängliche Empfehlung, kleinere Köder bis 13 Zentimeter zu fischen, nicht ganz richtig war. Zwar wurden alle Fische die ins Netz gingen auf kleinere Köder gefangen, die Fehlbisse kamen jedoch ausschließlich auf größere Köder.


Fazit:

Seid ihr am Wasser und es läuft mal gar nicht gut, probiert viel aus! Experimentiert mit Köderfarbe, Ködergröße, Art der Angelköder und Gewicht. Manchmal kann es ein halber Zentimeter sein, welcher den entscheidenden Unterschied ausmacht. Letztendlich hat sich bei mir persönlich gezeigt, dass das Cheburshka Rig an diesem Tag mein persönlicher Topköder war. Darum soll es dann in meinem nächsten Blog auch gehen. In Teil 2 dieses Beitrags befassen wir uns mit den verschiedenen Rigs auf Barsch, Zander und Hecht.


Bis dahin Tight Lines und Petri Heil !